UNIO MYSTICA

Die Liebe zwischen Sonne und Mond

 

Eine musikalische Zeremonie zweier Kulturen Modale und zeitgenössische Musik mit Musik von Hildegard von Bingen, Chao-Ming Tung, Oxana Omelchuk, Cheng-Ming Huang

Workshop 12.5. 2015, Cia Tung National-Universität Taipeh (Taiwan)

Konzert: 16.5.2015, National Concert Hall Taipeh

 

In der Kölner Musiknacht 2009 hörte der Taiwanesische Musiker und Komponist Chao-Ming Tung zum ersten Mal das Kölner Ensemble ARS CHORALIS COELN und die Musik der Hildegard von Bingen. Sein Entschluss, dieses Ensemble mit dieser Musik nach Taiwan einzuladen, stand im selben Moment fest, denn die mittelalterlichen Melodien und Instrumente faszinierten den Komponisten ungemein und erinnerten ihn zugleich an die traditionelle Musik Chinas und Taiwans. Die Umsetzung der Idee, gemeinsam mit dem international bekannten Ensemble „CHAI FOUND MUSIC WORKSHOP“, dessen Mitglied er ist, in Taiwan aufzutreten und Stücke für beide Ensemble zu schreiben, dauerte ein paar Jahre, in denen Ideen ausgetauscht und ausprobiert wurden.

 

Mit der Musik des Mittelalters, speziell der von Hildegard von Bingen, setzt sich das Kölner Ensemble ARS CHORALIS COELN nunmehr seit zehn Jahren auseinander. Dabei gilt ein Teil der Arbeit der Erforschung der alten Quellen und deren adäquater Umsetzung. Modale Skalen, pythagoreische Stimmung im Umgang mit dieser Musik sind selbstverständlich. Und gerade hier setzt der andere Teil an: die Brücke zu anderen nicht-europäischen Kulturen, denn traditionelle Musik ist immer auch modale Musik. Über Projekte mit Musikern aus anderen Kulturkreisen (u.a. Indien und Irak) hat das Ensemble um die Sängerin Maria Jonas sich einen Namen gemacht. Die Pflege der Gregorianik mit den modalen Skalen birgt die Möglichkeit in sich, mit Musikern aus anderen Ländern gemeinsam zu musizieren. Das ist es auch, was der Taiwanesische Komponist verfolgt – und beim Konzert in Köln sofort erfasste: die Begegnungsmöglichkeit zweier Musik-Kulturen, die einen ähnlich Ausgangspunkt haben. Während sich die westliche Welt von den modalen Skalen aus zur Polyphonie hin entwickelte, blieben die östlichen Kulturen beim „Cantus Planus“, entwickelten ihn allerdings auf eine höchst verfeinerte Art weiter, die dem Westen fremd ist.

 

Wenn auch beide Ensembles die alten Weisen pflegen, ist das Vorhaben kein museales sondern ein zeitgenössisches, denn es stellt sich immer die Frage: was ist Alte Musik? Machen wir mit unseren Rekonstruktionen nicht eigentlich ohnehin Neue Musik? Konsequenterweise steuert Chao-Ming Tung, der in Köln Komposition studiert hat, eigene Kompositionen bei, die auf seinen Ost-West Erfahrungen beruhen. Seit einigen Jahren schon verbindet er moderne Elemente und Kompositionsweisen (Elektro-Akustik und multimediale Projekte) mit traditioneller chinesischer Musik und deren Instrumentarium. Er ist „composer in residence“ des Chai Found Music Workshops und unterrichtet an der Ciao Tung Universität (Taipeh) als Professor für Komposition. Darum wird es neben dem Konzert am 16. Mai in National Concert Hall Taipei (Taiwan) auch einen Workshop für die Studenten geben.

 

„Eine Zeremonie zweier Kulturen“ – so hat Chao-Ming Tung unser gemeinsames Projekt genannt, oder: „Die Liebe zwischen Sonne und Mond“: die Musik findet sich, erfindet sich ins uns über alle Grenzen hinweg.

 

CHAI FOUND MUSIC WORKSHOP
When Eastern instruments meet Western Classicals—what kind of music will spark from the encounter? When Sizhu music is blended into contemporary music, what kind of cross-genre inspiration will it produce?
Seven Taiwanese artists learned of both Eastern and Western music will use seven Asian instruments: Erhu (Kniegeige), Dizi (Bambusflöte), Pipa (Schalenhalslaute), Guzheng (Wölbbrettzither), Yangqin (Hackbrett), Ruan (Chinesische Gitarre), and Sheng (Mundorgel ) to perform a repertoire of numerous original pieces. Through creative arrangement and orchestration, they fully utilize Sizhu’s unique characteristics to express traditional sounds in a contemporary way, painting the pieces with a color that exclusively belongs to Taiwanese music.
Established 18 years ago, the Chai-Found Music Workshop is led by the founder Chen-Ming Huang, who is in charge of artistic directing and music composing. Gathering a group of musicians such as Pipa performer Hui-Kuan Lin and Di performer Chung-Hsien Wu, he uses traditional Chinese instruments as a central momentum and created a unique musical space that not only allows performance of Sizhu music, but also provides composers an inspirational platform for experimental music.
The musical program “Made in Taiwan” conserves traditional elements through fully exploiting the distinctive sounds of Eastern instruments, while it also introduces a light of innovation into the genre of folk and world music in its ground-breaking expression of the diversity, vitality, and richness of Taiwanese contemporary music.
Chai-Found Music Workshop has an impressive performance history, having been regularly invited to the world’s many important festivals throughout the years, such as the Barcelon Arts Festival, Spain 1992; Costa Rica Culture Festival, 1998; Hoergaenge Contemporary Music Festival, Austria 2000; Cologne Music Festival, Germany 2001; Huddersfield Contemporary Music Festival, England 2004; and Festival Dimension in Seoul, Korea 2009.

 

Chen-Ming Huang Artistic Direcor
Hui-Kuan Lin Pipa, President
Pei-Yun Tasi Di
Hsiao-Ting hsu Erhu
I-Hsien Lin Guzheng
Yun-Hsuan Lin Ruan
Ya-Fang Cheng Yangqin

 

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Besetzung:

Ars Choralis Coeln (Köln),

Ltg. Maria Jonas

Chai Found Music Workshop (Taipeh), Ltg. Chen-Ming Huang 

Qionghzi Lioa (Taipeh), Gesang

 

 

Wir bedanken uns für die Unterstützung des Goethe Instituts.

 

 

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